Zweimal Vegan - Lost in Wedding

 

1.    Nora, wie war dein Tag?                                                       1. Hanne, wie war dein Tag? 

Mein erster sozialer Kontakt findet um 19.00 statt. Ich habe die Wohnung nicht verlassen. Klausurenphase. Die Anfahrt mit dem 50 Jahre alten Diamantfahrrad meines Opas gestaltet sich ebenso schwierig. Der lockere Ledersattel sitzt locker und stellt sich bei jedem Huckel um 45 Grad nach oben. Nicht angenehm.

2.     Wo wart ihr und wieso genau hier?

Unsere liebste Feinschmeckerin Nina hat die Gabe fancy Essmöglichkeiten zu erstöbern, die auch noch preiswert sind. Wir werden sehen!!!

3.     Erste Eindrücke?

Die Location ist das Highlight. Wir werden durch eine riesige alte Scheune nach draußen zu einer weißen Tafel geführt, die das Gefühl von Midsommmarfest und Low-Budget Hochzeit versprüht. Im Hintergrund steht die Sonne über alten industriellen Weddingbauten schon auf halbmast und alles kommt mir sehr romantisch vor.

4.     Was gab’s bei dir?

Ich wollte eine normalgroße Portion. Kleiner wäre ich allerdings auch nicht satt geworden. Für 12 € kann ich das gern abnicken.

5.     Wie hat’s geschmeckt?

Mein Favorit war das Dessert. Mohn und Sahne ist eine Kracherkombination!
Schön finde ich auch, wenn vegane Küche funktioniert, ohne überall Tofu und Soja reinzuzwängen. Hat ja bis auf die Vorspeise geklappt. Lass ich noch durchgehen, denn die war auch lecker.

6.     Guter Service?

Viel hat man sich nicht mit uns beschäftigt. Die jungen Hüpfer_innen waren aber auch ordentlich auf Achse. 

7.     Was war das Highlight, was eher so mittelmäßig?

Man bezahlt zu Beginn – gut. Man bekommt Marken, die dem Service verraten, ob man ein normales, großes oder gigantisches Dinner erwartet – ok. Die Zeit von der Vorspeise zum Hauptgang (und die war laaang) hätte ich gern mit leckerem Brot überbrückt. Trockenes Baguette hebt mich leider nicht mehr an. Das muss erst jemand vorkauen.

Schön war, dass alle sehr entspannt schienen und man das Gefühl hatte bei einem großen Familientreffen zu sein, bei dem man nicht wirklich jemanden kennt, aber den fremden Gesichtern vertraut.

8.     War Hanne eine gute Begleitung und wer passt hier so garnicht hin?

Das Pärchen neben uns muss schonmal bei einem Event von "Lost in Wedding"gewesen sein. Zwischen den Gängen packten sie lässig ihr Käsebrot aus. Der arme Kerl musste bestürzt feststellen, dass das „Giant-Menü“ bedeutet, eine Cocktailtomate mehr beim Hauptgang zu bekommen. Hat man großen Hunger und wenig Zeit, dann geht man lieber Falafel essen.

9.     Und eure Gespräche?

So gut es ging haben wir uns alle vom Lernstress weggeträumt. Hin zu Urlauben, Tanzleidenschaften und Theateraufführungen.

10.  Ein Wort (oder zwei) zum Schluss?

Wo „giant“ draufsteht muss auch „giant“ drin sein.
Hier sollte es eher klitzeklein, winzig und klein heißen. (Dafür aber lecker)

 

Mit der Bib im Nacken und einer vorsichtigen Vorfreude auf den Abend steige ich auf meinen geliebten Drahtesel und bin ein wenig überrascht von der Seite Berlins, die so nah und gleichzeitig doch noch so unentdeckt von mir ist. Westhafen.

2. Wo wart ihr und wieso genau hier?

Wir haben heute ein veganes Drei-Gänge-Menü im ZKU- Zentrum für Kunst und Urbanistik im Rahmen der "Lost in Wedding"-Gourmet-Reihe verputzt. Location-Credits gehen an Nina a.k.a Retterin einer unereignisreichen Lernwoche.

Der Mensch, der uns aus dem Lernsumpf gerettet hat!

Der Mensch, der uns aus dem Lernsumpf gerettet hat!

3. Erste Eindrücke? 

Zauber Zauber mit City- und Industrie-Flair. Es war eine kleine Parallelwelt, in der ich mich gerne schnell wohlgefühlt habe. Ein bisschen wie eine Hochzeit, oder ein familiäres Sommer-Gartenfest. Nur, dass man seinen Sitznachbarn eben nicht kannte. 

 4. Was gab's bei dir? 

Bei mir, so wie bei allen, drei Gänge mit viel Tam-Tam. Lediglich unsere Portionsgröße unterschied sich von der unseres Sitznachbarns. Er wollte ein "Giant-Menü" und bekam einen imaginären Haps mehr als wir. 

5. Wie hat's geschmeckt? 

Ich glaube, wir teilten alle drei den Favorit "Nachspeise". Auch der Rest war klein aber sehr fein und ich habe mit Vorfreude jedem Gang entgegengefiebert. 

6. Guter Service? 

Sehr freundlich, sehr nett. Es haben sich zu Beginn sogar gleich drei verschiedene KellnerInnen bei uns als unsere "Bedienung of the Night" vorgestellt. Sympathisches Chaos, ohne, dass man sich benachteiligt fühlte. 

7. Was war das Highlight, was eher so mittelmäßig?

Der Sonnenuntergang war gleichzeitig Highlight und mittelmäßig- ich hatte die Strahlen nämlich fast die ganze Zeit wie eine übergroße Taschenlampe im Gesicht. Soviel zu Luxusproblemen. Über die Portionsgrößen lässt sich vielleicht auch noch streiten, aber ich hatte mit meinem Berg an Mensa-Mittagessen gut vorgesorgt und ging nicht hungrig an die ganze Sache ran. Also alles gut. 
Auch die langen Wartezeiten schienen ihren Grund zu haben (Stichwort "Sympathisches Chaos") und ich habe mich in der Zeit gerne meinen Begleitungen zugewendet.

8. War Nora eine gute Beigleitung und wer passt hier so gar nicht hin? 

Passen gar nicht: Leute mit Hunger. Auch Leute mit fanatischer Liebe für Rechtschreibung und Grammatik bleiben lieber mit Duden zuhause, das fix ausgedruckte Menü enthielt nämlich einige sympathische Fehler. Das Pärchen neben uns nutze die Wartezeiten um diese wie einen Grundschulaufsatz akribisch mit Strichen und Verbesserungen zu versehen. 

Da Nora keines von beidem ist, war sie wie immer meine Begleitung No. 1. Und Nina war ja auch noch da. Ein extra extra Plus!

9. Und eure Gespräche?

...waren lang und ausgiebig. Catching-Up. 

10. Ein Wort (oder zwei) zum Schluss? 

Nochmal!!!!