höfn

© Hanne Frommann

© Hanne Frommann

fast wäre ich ausgestiegen und gelaufen. aber nur fast. weil ich dann bemerkt habe, wie bescheuert das ist. das ist ja auch gar nichts gegen dich, ich halte das nur nicht mehr aus. nicht mehr aus, gequetscht und gepackt und nass und klamm und nicht mehr mit weitblick sondern alles irgendwie eng. hast du das auch so? merkst du das auch so? 

fast hätte ich gezweifelt, wenn es so etwas überhaupt gibt. zweifel und fast. jedenfalls eben nur fast. weil dann ist das hier und ich weiß nicht, woher das hier kommt. 

du bist ein stück vor mir, wie eigentlich immer. wie eigentlich immer, schlendere ich mit zu viel unkoordinierter neugier und wie immer hast du einen plan. ich höre wellen an mauern schlagen und ich höre seemänner zu viel arbeit und schlechtes wetter aushusten. ich höre kiesel unter fußsohlen rollen und ich rieche schlechtes frittierfettund das passt alles so gut. und auch ich bin hier nicht fremd, kenne mich nicht aus und bin es doch nicht. nicht fremd. 

ein rattern, ein stolpern und ich höre den koloss sich langsam mühselig durch die trübe suppe schieben. mit einem solchen gefühl schlurfe ich zu dir rüber und blicke auf dem weg in die gesichter unglaubwürdiger begeisterung. denn so toll und schön ist das hier alles nicht. geht ja auch nicht darum. 

du sitzt auf einer bank und ich sehe förmlich , wie sich deine gedanken von sprudeln zu wogen verändern und du siehst mich mit wertschätzung und akzeptanz an - für den moment. ein bisschen weiter weg kann ich schatten von fotografen ausmachen. es fängt an zu regnen. 

in schweigen und wissen, dass wir passen, wir passen hier in der situation und alles passt hier in der situation, so hin, so hin wie es ist. wir laufen zurück zu unserer einzigen konstanz die wir momentan haben und rollen weiter.